Wirtschaft und Tourismus
Reinickendorf ist ein vielfältiger Wirtschaftsstandort: vom Handwerksbetrieb im Kiez über innovative Industrie bis hin zu Naherholung und sanftem Tourismus. Wir Grüne wollen eine grüne Wirtschaft, die Klimaschutz, faire Arbeit und soziale Sicherheit verbindet. Unser Ziel sind zukunftsfeste Jobs, starke lokale Unternehmen und lebendige Kieze in allen Ortsteilen.
Klimaschutz schafft Arbeit
Klimaschutz ist ein Jobmotor, gerade vor Ort im Bezirk. Wenn wir leerstehende Industrieflächen sinnvoll nutzen, entstehen in Reinickendorf neue, moderne Arbeitsplätze statt brachliegender Ruinen. Umwelttechnik, Kreislaufwirtschaft, Bildung und Forschung bieten große Chancen für den Bezirk.
Mit dem Wirtschaftsflächenkonzept (WiKo) hat Reinickendorf 2024 erstmals einen klaren Plan vorgelegt, wie Flächen für Gewerbe, Handwerk und Produktion langfristig gesichert werden können. Das ist eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung.
Jetzt kommt es auf die Umsetzung an: Wir wollen das Wirtschaftsflächenkonzept aktiv voranbringen, etwa durch die Nachnutzung der Borsigflächen oder der leerfallenden Hallen von G-Elit für Umwelttechnik, nachhaltige Produktion oder Bildungsnutzungen. So verbinden wir Klimaschutz mit Wertschöpfung und schaffen zukunftsfeste Jobs direkt im Bezirk.
In Land und Bund braucht es gezielte Förderprogramme für kleine und mittlere Betriebe, damit auch in Reinickendorf entsprechende Betriebe ihre Maschinen und Prozesse auf energiesparende, klimafreundliche Technik umstellen können. Das sichert Arbeitsplätze und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.
Öffentliche Beschaffung als Vorbild
Der Bezirk ist selbst ein großer Auftraggeber – und trägt Verantwortung. Ob Catering für Schulen, Stromverträge oder Gebäudereinigung: Öffentliche Beschaffung entscheidet mit darüber, ob fair bezahlt und klimafreundlich gearbeitet wird.
Reinickendorf ist seit 2024 Fairtrade-Town. Viele Schulen und Kitas beziehen bereits fair gehandelten Kaffee, Tee oder Bananen. Das zeigt: Nachhaltige Beschaffung ist möglich und wirkt.
Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen. Künftig sollen bezirkliche Ausschreibungen stärker Ökostrom, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen berücksichtigen – etwa bei Bau-, Reinigungs- oder Dienstleistungsverträgen für Schulen und öffentliche Gebäude. Öffentliche Mittel dürfen nicht zu Lohndumping oder Umweltzerstörung beitragen.
Nachhaltigkeit darf nie ein Wettbewerbsnachteil sein – weder für den Bezirk noch für verantwortungsvolle Unternehmen.
Handwerk, Gastronomie und kleine Unternehmen stärken
Vom Bäcker im Lettekiez über die Kfz-Werkstatt in Wittenau bis zum Café in Hermsdorf:
Kleine und mittlere Betriebe sind das Rückgrat unserer lebendigen Kieze. Sie schaffen wohnortnahe Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Orte der Begegnung.
Mit Projekten wie MyTegel wurden neue Flächen für Wohnen und Büros geschaffen, die auch von kleineren Betrieben genutzt werden können. Darauf wollen wir aufbauen.
Im Bezirk wollen wir die Entwicklung neuer privater Gewerbehöfe aktiv unterstützen – bei Planung, Genehmigung und Vernetzung. Besonders im Umfeld der Oranienburger Straße stehen viele Werkstätten unter Druck. Hier brauchen wir Lösungen, die Handwerk und Produktion im Bezirk halten. Gleichzeitig wollen wir lokale Gastronomie gezielt stützen, die Treffpunkte im Kiez schafft und das soziale Leben stärkt.
Große Arbeitgeber halten und neue ansiedeln
Große Arbeitgeber sichern hunderte Existenzen und prägen ganze Ortsteile. Wenn ein Werk schließt, trifft das Familien, Kieze und den gesamten Bezirk – wie aktuell in Wittenau.
Mit TXL ist die Grundlage für tausende neue Arbeitsplätze gelegt: Die Urban Tech Republic und der Campus der Berliner Hochschule für Technik (BHT) werden langfristig Motoren für Innovation, Forschung und grüne Wirtschaft sein.
Kurzfristig braucht es aber entschlossenes Handeln. Wir wollen im Bezirk eine Taskforce für bedrohte Arbeitgeber wie Advance Pharma schaffen. Ziel ist der Erhalt von Arbeitsplätzen, wo immer möglich – oder zumindest eine schnelle, sozial und ökologisch sinnvolle Nachnutzung, damit keine langen Brachezeiten entstehen.
Wir wollen eine aktive Ansiedlungspolitik für neue Forschungs- und Technologieprojekte, etwa durch eine Erweiterung der BHT auf TXL, um Reinickendorf dauerhaft als Innovationsstandort zu stärken.
Ausbildung und Fachkräfte sichern
Gute Wirtschaft braucht gute Fachkräfte – und junge Menschen brauchen Perspektiven im eigenen Bezirk. Ob im Handwerk, in der Pflege oder in der Umwelttechnik: Der Fachkräftemangel ist real.
Mit dem entstehenden Wohnheim für über 200 Studierende und Auszubildende in Alt-Wittenau sowie weiteren 140 Wohnungen in Tegel-Süd wurden wichtige Schritte gemacht, damit junge Menschen hier leben, lernen und arbeiten können.
Als nächsten Schritt wollen wir ein Ausbildungsbündnis Reinickendorf gründen. Schulen, Betriebe, die BHT sowie weitere Aus- und Weiterbildungsanbieter und Hochschulen sollen systematisch vernetzt werden. So schaffen wir Übergänge, sichern Nachwuchs und stärken zukunftsfeste Jobs im Bezirk. Weitere Azubi-Wohnheime werden wir prüfen und uns dafür einsetzen.
Grüner Tourismus und Naherholung
Reinickendorf ist Erholungsbezirk: Radfahren, Wassersport am Tegeler See, Spaziergänge im Tegeler Forst oder ein Besuch der Greenwichpromenade machen den Bezirk lebenswert – für die Menschen hier und für Gäste. Sanfter Tourismus stärkt die lokale Wirtschaft und schützt gleichzeitig Natur und Klima.
Mit der Tegeler-See-Route gibt es bereits eine ausgeschilderte Radroute, die Tourismus und Naherholung verbindet, auch wenn die Qualität noch verbessert werden muss.
Wir wollen im Bezirk Rad- und Wanderwege besser pflegen, barrierefrei gestalten und Gastronomie- sowie Kulturangebote entlang der Routen stärker bewerben. Angebote müssen online besser sichtbar sein. Dafür braucht es auch Investitionen: mehr Konzertsommer, neue Formate wie eine schwimmende Bühne oder Sportevents, die Reinickendorf über den Bezirk hinaus bekannt machen.
Innerhalb Berlins sollten Tourismusströme besser verteilt werden. Außenbezirke wie Reinickendorf müssen zentraler beworben werden, und Mittel für nachhaltigen Tourismus gezielt hier ankommen. Die Aufwertung von Alt-Tegel und der Greenwichpromenade als zentrale Ausflugsziele hat dabei hohe Priorität.
Einzelhandel für ganz Reinickendorf
Lebendige Zentren sichern Versorgung, Arbeitsplätze und Begegnung im Alltag – vom Märkischen Viertel über Heinsestraße, Residenzstraße, Frohnauer Plätze, Kurt-Schumacher-Platz und Gorkistraße bis nach Alt-Tegel.
Für die Straße “Alt-Tegel” wurde 2024 ein Maßnahmenkonzept beschlossen. Das ist ein wichtiger Schritt.
Jetzt wollen wir mehr: Das Märkische Quartier muss zügig vorangebracht werden, Zentrenmanagement aufgebaut und die Aufenthaltsqualität verbessert werden – mit mehr Grün, Sitzgelegenheiten, kurzen Wegen und guter Erreichbarkeit. Wochenmärkte mit regionalen Produkten wollen wir ausweiten und bestehende Märkte besser bewerben. Zentren sollen wieder Orte des Erlebens werden.
Landesprogramme zur Stärkung der Ortszentren wollen wir nutzen und rechtliche Schritte für faire Gewerbemieten unterstützen. Gleichzeitig braucht es mehr Events, Kultur und bezirkliche Aktivitäten in den und rund um die Zentren – auch im Umfeld des Rathauses. So entstehen lebendige Kieze, in denen Einkaufen, Arbeiten und Zusammenkommen zusammengehören.
Verwaltung
Eine leistungsfähige Verwaltung ist die Grundlage für einen funktionierenden Bezirk. Sie sorgt dafür, dass Anliegen von Bürger*innen und Unternehmen zügig bearbeitet werden, Beteiligung ermöglicht wird und beschlossene Maßnahmen, etwa im Schulbau oder im öffentlichen Raum, zuverlässig umgesetzt werden.
Unser Ziel ist eine Verwaltung, die serviceorientiert, effizient und gerecht arbeitet. Dafür braucht es klare Strukturen, zeitgemäße Technik, ausreichend Personal und gemeinsame Standards. Nachdem über viele Jahre hinweg Stellen abgebaut wurden, konnte in den letzten Jahren auf Landesebene wieder Personal aufgebaut werden. Daran wollen wir in Reinickendorf anknüpfen: mit weiterem personellem und finanziellem Aufbau, verbunden mit konsequenter Umstrukturierung und Digitalisierung.
Eine leistungsfähige Verwaltung braucht eine verlässliche finanzielle Grundlage. Wenn Bund oder Land dem Bezirk neue Aufgaben übertragen, müssen dafür auch das nötige Personal und die finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Das Konnexitätsprinzip – „wer bestellt, der zahlt“ – muss konsequent umgesetzt werden. Nur so können wir vor Ort verlässlich handeln, unsere Stadt nachhaltig gestalten und gute Lösungen für die Menschen umsetzen.
Wir setzen uns für eine Verwaltung ein, die für alle Menschen erreichbar ist. Dazu gehört ein verbessertes digitales Angebot und dezentrale und gut erreichbare Beratungs- und Servicestellen. Das mobile Bürgeramt hat sich bewährt: wir wollen dieses Angebot weiter ausbauen und die Menschen besser vor Ort erreichen. Ein wichtiger Schritt hin zu einer diskriminierungsfreien und inklusiven Verwaltung ist ein mehrsprachiges Angebot. Auf Betreiben der grünen Fraktion wurde dieses Angebot in der ablaufenden Legislaturperiode in Reinickendorf eingeführt.
Gleichzeitig wollen wir Verwaltungsabläufe grundlegend vereinfachen. Standardisierte Prozesse sollen sinnvoll organisiert und digitalisiert werden, damit die Mitarbeiter*innen mehr Zeit für Menschen statt für Formulare haben. Wir wollen die Einführung der E-Akte konsequent vorantreiben und prüfen, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz Verwaltungsprozesse sicher und sinnvoll unterstützen und entlasten kann.
Bürokratieabbau bedeutet für uns: leichtere Abläufe, weniger Doppelstrukturen und verständliche Verfahren.
Auch die Kommunikation der Verwaltung nach Außen wollen wir weiter modernisieren. Bürger*innen sollen frühzeitig, verständlich und transparent darüber informiert werden, was im öffentlichen Raum passiert – etwa bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit und der Austausch über digitale Kanäle stärken Vertrauen und Beteiligung.
Der notwendige Wandel in der Verwaltung kann nur gemeinsam mit den Beschäftigten gelingen. Viele von ihnen werden in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden, gleichzeitig stehen große Herausforderungen in veränderten Prozessen an. Wir wollen diese Veränderungen gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen der Verwaltung gestalten, mit einer offenen Fehlerkultur, guten Arbeitsbedingungen und echter Wertschätzung. Gesundheit, Zufriedenheit und Qualifizierung der Mitarbeiter*innen stehen für uns im Mittelpunkt.
Stadtentwicklung und Wohnen
Leitbild einer nachhaltigen und sozialen Stadtentwicklung
Unser Ziel ist eine strategische, nachhaltige und sozial gerechte Weiterentwicklung Reinickendorfs. Stadtentwicklung verstehen wir als ganzheitliche Aufgabe, die Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Klima- und Umweltschutz sowie soziale Teilhabe miteinander verbindet. Reinickendorf soll ein Bezirk bleiben, in dem Menschen aller Generationen und Einkommensgruppen gut leben können – mit lebendigen Ortsteilzentren, bezahlbarem Wohnraum, starken Grün- und Freiräumen sowie einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur.
Bezahlbares Wohnen und soziale Sicherheit
Wohnen und Mieten sind eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Wir setzen uns dafür ein, die Mieten im Wohnungsbestand dauerhaft bezahlbar zu halten und notwendigen Neubau nachhaltig, klimaneutral und sozialverträglich zu gestalten. Niemand darf durch Modernisierungen oder steigende Mieten aus seinem angestammten Wohnumfeld verdrängt werden.
Zur Sicherung der sozialen Mischung wollen wir Milieuschutzsatzungen konsequent anwenden und ausweiten. Nach der Einführung erster Milieuschutzgebiete fordern wir die zügige Prüfung und Ausweisung weiterer Gebiete, insbesondere in gefährdeten Quartieren in Reinickendorf-Ost und Reinickendorf-West. Zusätzlich wollen wir das kommunale Vorkaufsrecht verstärkt nutzen, um Wohnungen dauerhaft dem spekulativen Markt zu entziehen und sie gemeinwohlorientierten Trägern zu überlassen.
Gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft und sozialer Neubau
Wir stehen für eine gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft. Landeseigene Wohnungsunternehmen und Genossenschaften sollen bei der Vergabe öffentlicher Grundstücke bevorzugt werden. Neubauprojekte müssen einen deutlich höheren Anteil an sozial gefördertem Wohnraum enthalten als die bisher üblichen 30 Prozent.
Wir unterstützen das Modell der kooperativen Baulandentwicklung und setzen uns dafür ein, dass der durch Neubau entstehende Bedarf an sozialer Infrastruktur – etwa Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen – konsequent gedeckt wird. Wohnen darf nicht isoliert geplant werden, sondern muss immer mitgedacht werden im Zusammenhang mit Bildung, Nahversorgung und Mobilität.
Flächensparen, Bestandsnutzung und Nachverdichtung
Angesichts knapper Flächen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Boden unerlässlich. Wir wollen den ungehemmten Flächenverbrauch stoppen und setzen auf eine stärkere Nutzung des Bestands sowie auf Nachverdichtung auf bereits versiegelten Flächen. Neue Versiegelung soll auf ein Minimum reduziert werden.
Gewerbe-, Handwerks- und Industrieflächen sind für Reinickendorf von großer Bedeutung. Wir wollen diese Flächen sichern und weiterentwickeln, um wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Auch bezahlbare Gewerbemieten nehmen wir dabei in den Blick.
Stärkung der Ortsteilzentren und Aufenthaltsqualität
Unsere Ortsteilzentren sind das Herz der Kieze. Ziel unserer Stadtplanung ist es, die Aufenthaltsqualität in allen Kiezen deutlich zu erhöhen. Dazu gehören die Beruhigung des motorisierten Verkehrs, sichere und barrierefreie Wege für Fußgänger*innen, gute Bedingungen für den Radverkehr sowie attraktive Plätze zum Verweilen.
Straßen und Plätze sollen menschengerecht gestaltet werden – mit mehr Grün, Sitzgelegenheiten, Spiel- und Begegnungsräumen sowie einer guten Beleuchtung. Verkehrsberuhigung stärkt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie.
Verkehr, Mobilität und Barrierefreiheit
Eine zukunftsfähige Stadtentwicklung setzt auf den Umweltverbund aus Fußverkehr, Radverkehr und öffentlichem Nahverkehr. Wir wollen sichere Schulwege, barrierefreie Zugänge zu Bahnhöfen und Haltestellen sowie eine bessere Vernetzung der Verkehrsmittel.
Mobilitätskonzepte sollen Bestandteil neuer Bauprojekte sein und die Abhängigkeit vom eigenen Pkw reduzieren. Gleichzeitig setzen wir uns für soziale und praxistaugliche Lösungen ein, die die Bedürfnisse von Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und mobilitätseingeschränkten Menschen berücksichtigen.
Zukunftsprojekt TXL: Urban Tech Republic und Schumacher-Quartier
Das ehemalige Flughafengelände TXL ist eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete Reinickendorfs. Mit der Urban Tech Republic entsteht ein innovativer Standort für Forschung, Wissenschaft, Industrie und Gewerbe. Das Schumacher-Quartier bietet Raum für bezahlbares, ökologisches Wohnen für rund 10.000 Menschen.
Diese beiden Projekte gehören untrennbar zusammen. Wir fordern die zügige Umsetzung der vorliegenden Planungen und lehnen weitere Verzögerungen entschieden ab. TXL soll Arbeitsplätze schaffen, Wohnraum sichern und positive Impulse für den gesamten Bezirk setzen. Dabei sind eine gute Verkehrsanbindung, klimafreundliche Bauweisen und eine enge Einbindung der angrenzenden Quartiere entscheidend.
Sozialraumorientierung und Quartiersmanagement
Reinickendorf ist vielfältig – und diese Vielfalt braucht gezielte Unterstützung. Wir setzen auf eine sozialraumorientierte Stadtentwicklung, die die unterschiedlichen Bedürfnisse der Ortsteile berücksichtigt. Quartiersmanagement ist dabei ein zentrales Instrument.
Wir unterstützen bestehende Quartiersmanagement-Gebiete und setzen uns für neue Quartiersmanagement-Gebiete ein, etwa im Hausotter-Kiez und in Tegel-Süd. Auch nach dem Auslaufen von Förderprogrammen müssen bewährte Projekte und Angebote gesichert werden, da sie einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt leisten.
Grünflächen, Klima- und Umweltschutz
Grünflächen sind unverzichtbar für Lebensqualität, Gesundheit und Klimaschutz. Wir wollen bestehende Grün- und Naturräume schützen, weitere Grünflächen schaffen und diese besser miteinander vernetzen. Die Entsiegelung von Flächen, Regenwasserversickerung und das Prinzip der Schwammstadt sind zentrale Bausteine unserer Klimaanpassungsstrategie.
Wir wollen in Reinickendorf sogenannte Klima-Straßen schaffen – mit weniger Asphalt, mehr Bäumen, Grünflächen, Regenwassermanagement und Aufenthaltsräumen. Dabei soll das Berliner Klimaanpassungsgesetz in Reinickendorf vollständig umgesetzt werden. Gleichzeitig setzen wir uns für den Schutz der biologischen Vielfalt ein, unter anderem durch naturnahe Grünflächen und das Zurückdrängen versiegelter Vorgärten.
Sicherheit, Resilienz und geschlechtergerechte Stadtplanung
Stadtentwicklung muss Sicherheit und Resilienz mitdenken. Wir setzen uns für gut beleuchtete, übersichtliche und angstfreie öffentliche Räume ein. Geschlechtergerechte Stadtplanung bedeutet, unterschiedliche Nutzungs- und Sicherheitsbedürfnisse von Anfang an zu berücksichtigen.
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und möglicher Ausfälle der technischen Infrastruktur, zum Beispiel der Stromversorgung, wollen wir den Katastrophenschutz stärken, Hitzeschutzmaßnahmen ausbauen und die Bevölkerung besser informieren. Trinkbrunnen, Hitzeschutzräume und lokale Netzwerke sind dabei wichtige Bausteine. Zudem werden wir die technische Ausstattung des Bezirks für Krisen verbessern und ausfallsicher ausbauen. Hierzu gehört, dass wir alle öffentlichen Neubauten mit einer integrierten Stromeinspeisung bauen und bestehende Gebäude, wo dies möglich ist, entsprechend nachrüsten werden.
Katastrophenschutz braucht verlässliche Strukturen und handlungsfähige Orte vor Ort. Katastrophenschutz-Leuchttürme übernehmen im Krisenfall zentrale Aufgaben der Koordination und Kommunikation und müssen dauerhaft betriebsbereit sein. Katastrophenschutz-Informationspunkte dienen als niedrigschwellige Anlaufstellen für Information und Orientierung der Bevölkerung und sollen dezentral im Kiez gut erreichbar verortet werden.
Beteiligung und demokratische Stadtentwicklung
Gute Stadtentwicklung gelingt nur gemeinsam. Wir setzen auf eine starke Beteiligungskultur und transparente Planungsprozesse. Die Menschen vor Ort sollen frühzeitig einbezogen werden und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten erhalten.
Unser Anspruch ist eine Stadtentwicklung, die ökologisch verantwortungsvoll, sozial gerecht und demokratisch gestaltet ist – für ein lebenswertes Reinickendorf heute und in Zukunft.