Offene Gesellschaft
Eine offene Gesellschaft in Reinickendorf
Reinickendorf ist ein Bezirk für alle, vielfältig, solidarisch und demokratisch. Eine offene Gesellschaft entsteht dort, wo Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Sprache, Religion, Identität, Beeinträchtigung oder Vermögen respektvoll und sicher leben können.
Wir setzen uns dafür ein, dass jede*r selbstbestimmt teilhaben, lieben, glauben, arbeiten und politisch mitgestalten kann. Dazu gehören geschlechtergerechte Strukturen, Schutz vor Gewalt, die Förderung von queeren Lebensrealitäten, eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten, gelebte Mehrsprachigkeit, religiöse Vielfalt sowie echte Inklusion in allen Lebensbereichen. Wir stärken Beratungsstellen, Beauftragte, Netzwerke und Projekte, die diese Offenheit möglich machen. Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus und Queerfeindlichkeit haben in unserem Bezirk keinen Platz. Sie bedrohen das Fundament unserer demokratischen Gemeinschaft. Reinickendorf bleibt ein Ort, an dem Vielfalt geschützt, Menschenrechte verteidigt und jede Form von Diskriminierung entschieden bekämpft wird. Für ein Zusammenleben, das niemanden zurücklässt und allen Perspektiven eröffnet.
Wir setzen uns für eine Verwaltung ein, die die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt und aktiv fördert. Grundlage sind das Landesgleichstellungsgesetz (LGG), das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Berliner Diversity- Landesprogramm. Unser Ziel ist eine chancengleiche, diskriminierungsfreie und inklusive Verwaltungskultur, die von Wertschätzung, Teilhabe und Transparenz geprägt ist. Wir fördern bezirksinterne und landesweite Netzwerksarbeit, um Austausch und Kooperation zu stärken. Durch faire Chancen, Partizipation und flexible Strukturen steigern wir die Attraktivität des Bezirksamts als Arbeitgeber.
Ein geschlechtergerechter Bezirk
Alle Menschen sollen unabhängig von ihrem Geschlecht gleichberechtigt behandelt werden. Zur Geschlechtergerechtigkeit gehören nicht nur gleiche Rechte und Chancengleichheit, sondern auch Sicherheit und Schutz. Gewalt trifft bestimmte Gruppen überproportional stark, insbesondere Frauen, Kinder oder Menschen mit nicht-binärer Identität.
Beratungsstellen, Notrufnummern, Schutzunterkünfte und rechtliche Unterstützung sind hier essentiell. Der Berliner Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention von 2023 sieht vor, das Angebot für Zufluchtswohnungen und Beratungsangebote auszubauen. Das aktuelle Angebot in Reinickendorf liegt unterhalb der geforderten Maßnahmen. Wir fordern daher den Ausbau bestehender Angebote sowie die dauerhafte Förderung von Organisationen wie der Beratungsstelle Viola und der Flotte Lotte e.V..
Für Jungen* und männliche Jugendliche braucht es mehr Räume zur Auseinandersetzung mit geschlechtsbezogenen Rollenbildern sowie erlebter und ausgeübter Gewalt. Deshalb setzen wir uns für den Ausbau von Projekten wie „BeBoys* Reinickendorf“ ein, um ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu ermöglichen.
Die die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten im Bezirksamt spielt eine zentrale Rolle bei der Sichtbarmachung dieser Themen. Zudem soll geprüft werden, ob eine neue Zusammenlegung der Ausschüsse sinnvoll ist, um den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit, Soziales und Inklusion besser gerecht zu werden. Weitere Maßnahmen zur Sichtbarkeitsförderung, wie die Bänke gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, sollen folgen.
Queeres Leben – Reinickendorf bleibt bunt
Jeder Mensch hat das Recht, zu leben und zu lieben. Der zunehmende Rechtsruck erhöht die Risiken für Sicherheit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Akzeptanz queerer Menschen. In allen Altersstufen gibt es bislang zu wenig konkrete Angebote für LGBTQIA . Wir setzen uns für die Einführung einer*s bezirklichen Antidiskriminierungsbeauftragten ein, die*der insbesondere für Kitas, Schulen, Jugend und Senior*inneneinrichtungen als Ansprechpartner*in dient. Präventive Arbeit ist zentral, um Toleranz zu fördern. Wir stehen klar gegen verbale, physische, analoge und digitale Gewalt und fordern bessere Information über Beratungs- und Rechtsstellen in öffentlichen Einrichtungen.
Der Zugang zum queeren Leben in Reinickendorf soll verbessert werden. Unter anderem durch eine Website mit virtueller Karte und Informationen zu Beratungsstellen und Organisationen. Bestehendes Infomaterial in öffentlichen Einrichtungen soll ausgebaut werden. Organisationen wie Regenbogen Reinickendorf e.V. oder House of Queers schaffen wichtige Schutzräume und sollen gezielt unterstützt werden.
Menschenwürdige Unterbringung und Integration von Geflüchteten
Unsere Solidarität endet nicht an Bezirksgrenzen. Wir setzen uns für eine menschenwürdige Behandlung aller Geflüchteten ein. Die menschenrechtswidrige Geflüchtetenunterkunft auf dem ehemaligen Flughafen TXL konnte geschlossen werden, jedoch werden im Terminal C weiterhin viele Geflüchtete menschenunwürdig untergebracht, was keine Integration ermöglicht. Auch dieses Terminal muss geschlossen werden. Stattdessen wollen wir gemeinsam mit dem Senat sowie wirtschaftlichen und privaten Immobilieneigentümer*innen leerstehende Gebäude für eine dezentrale Unterbringung nutzbar machen. Neben Wohnraum braucht es eine ausreichende psychosoziale Versorgung, Unterstützung durch die Sozialämter sowie Hilfe bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Bestehende funktionierende Hilfestrukturen sollen erhalten bleiben. Übergangsweise setzen wir uns für Verbesserungen der bestehenden Situation im Terminal C ein. Zudem werden wir uns für den Erhalt und die Ausweitung von Integrationskursen und ihrer Inhalte einsetzen.
Mehrsprachigkeit und sprachliche Barrierefreiheit
Mehrsprachigkeit gehört zum Alltag in Reinickendorf. Wir setzen uns für den Ausbau mehrsprachiger Unterlagen, Beratungsangebote und Internetauftritte in den meistgesprochenen Sprachen sowie in Leichter Sprache ein. Deutschkurse sollen niedrigschwellig zugänglich und ausgebaut werden. Wir fordern weiterhin eine*n Integrationsbeauftragte*n für Reinickendorf. Mehrsprachige Informationen sind auch für die Sicherheit entscheidend, etwa im Katastrophenschutz. Erfolgreiche Projekte wie Integrationslots*innen sollen ausgebaut werden.
Religionen und Weltanschauungen
Religiöse und weltanschauliche Vielfalt, die im Einklang mit demokratischen Werten steht, bereichert unseren Bezirk. Interreligiöse Begegnungen und Feste sollen gefördert werden. Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung bekämpfen wir entschieden. Initiativen wie Stadtteilmütter, Integrationslots*innen und das Berliner Register sollen besser ausgestattet werden.
Ein inklusives Leben für alle
Behinderung entsteht aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigung und einstellungs- sowie umweltbedingten Barrieren. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können. Das Recht auf Partizipation in allen Lebensbereichen soll ermöglicht werden. Dazu zählen die Förderung der Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie die Beteiligung am politischen und kulturellen Leben.
Die im Aktionsplan „Reinickendorf inklusiv“ festgelegten Maßnahmen sollen umgesetzt werden. Menschen mit sogenannten unsichtbaren Behinderungen sollen stärker als bisher adressiert werden. Wir wollen die Beratung sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderung stärken und Informationen des Bezirks in Leichter Sprache anbieten. Die Aufklärung über bezirkliche Angebote im Internet soll ausgebaut werden. Eingaben und Beschwerden an die Verwaltung sollen auch für blinde, sehbehinderte und taube Menschen niedrigschwellig möglich sein. Durch eine bessere Zugänglichkeit der Bezirksverordnetenversammlungen wollen wir die politische Teilhabe fördern. Zudem soll ein Meldesystem für Barrieren im öffentlichen Raum eingerichtet werden. Das Bezirksamt soll die nötigen Strukturen aufbauen, um diese nachhaltig zu beseitigen.
Wir wirken darauf hin, dass die Beratung zu und die Beantragung von Leistungen der Eingliederungshilfe erleichtert wird, sowohl im Erwachsenen- als auch im Kinder- und Jugendbereich. Alle Bereiche der Eingliederungshilfe sollen gut vernetzt und für Betroffene übersichtlich und unkompliziert zusammenwirken. Die 2025 neu geschaffene Stelle der Verfahrenslotsin soll gestärkt werden. Die vom Senat vorgesehene Kooperationsstelle Inklusion soll besetzt werden. Zur besseren Vernetzung und Kooperation gehört auch der Ausbau einer einheitlichen und förderlichen digitalen Infrastruktur der beteiligten Stellen im Bezirk. Grundsätzlich sollen mehr Verwaltungsangebote digital angeboten werden, sodass potenzielle physische Barrieren vermieden werden. Zusätzlich fordern wir die Ausweitung des Angebots des mobilen Bürgeramtes.
Kitas und Schulen sollen in der Umsetzung von Inklusion durch den öffentlichen Gesundheitsdienst, das SIBUZ sowie ggf. weitere Akteur*innen und Träger im Rahmen einer gemeinsamen Kooperation unterstützt werden. Gemeinsam sollen bedarfsorientierte und passgenaue Lösungen vor Ort erarbeitet und umgesetzt werden. Hierbei soll die Umsetzung durch Flexibilität in den Vorgaben und im Einsatz der Budgets erleichtert werden.
Beispiel: je nach Zusammensetzung des Personals braucht es mehr oder weniger Unterstützung und Supervision durch weitere Akteur*innen im System. Je nach Ausstattung, räumlichen Gegebenheiten oder Bedarfen der einzelnen Kinder sowie psychosozialer Einbindung und Kapazitäten der Eltern können und sollten Therapien wie Ergotherapie oder Logopädie vor Ort angeboten werden.
Jugend und Familie
Kinder, Jugendliche und ihre Familien brauchen Sicherheit und alle Möglichkeiten zur freien Entfaltung.
Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Kinder sind die Zukunft – und es gibt keine bessere Investition als in sie. Unser Ziel ist es, dass alle jungen Menschen in Reinickendorf sicher aufwachsen, mitbestimmen und ihre Potenziale frei entfalten können. Dafür braucht es verlässliche Unterstützung für Familien, starke Jugendangebote und eine Politik, die Kinder und Jugendliche konsequent mitdenkt.
Frühe Hilfen stärken und Familien frühzeitig unterstützen
Ein guter Start ins Leben ist entscheidend. Wir wollen die Zusammenarbeit von Gesundheits- und Jugendamt, insbesondere im Bereich der Frühen Hilfen, weiter intensivieren. Familien sollen frühzeitig, niedrigschwellig und gut koordiniert Unterstützung erhalten – von der Schwangerschaft an. Das Jugendamt wollen wir personell stärken und die aufsuchende Familienarbeit wollen wir weiter ausbauen, insbesondere für Alleinerziehende, die häufig besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Gute, verlässliche Betreuungsangebote sind dafür ebenso wichtig wie eine passgenaue Beratung und Unterstützung im Alltag.
Bedarfsgerechte Kitas und familienfreundliche Verwaltung
In der Kitaentwicklungsplanung setzen wir auf eine sozialräumliche, vorausschauende Planung. Das Wunsch- und Wahlrecht der Familien wollen wir stärken, indem über den aktuellen Bedarf hinaus nachhaltig geplant wird – auch ressortübergreifend, etwa mit Stadtentwicklung und Gesundheit. Gleichzeitig muss Verwaltung familienfreundlicher werden. Beratung soll verständlich, gut erreichbar und unterstützend sein – insbesondere für Familien in herausfordernden Lebenslagen.
Alleinerziehende gezielt unterstützen
Alleinerziehende tragen besondere Verantwortung und haben ein erhöhtes Armutsrisiko. Wir wollen das Reinickendorfer Netzwerk für Alleinerziehende ressortübergreifend ausbauen und weiterentwickeln. Im Jobcenter setzen wir uns für eine Stärkung der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt mit Fokus auf Berufsorientierung für Alleinerziehende ein. Zudem wollen wir eine Vor-Ort-Kinderbetreuung in bezirklichen Ämtern ermöglichen, damit Alleinerziehende Termine wahrnehmen können, ohne ihre Kinder mitzunehmen. Das entlastet Familien und erleichtert gleichzeitig die Verwaltungsarbeit.
Orte für Kinder, Jugendliche und Familien schaffen
Kinder und Jugendliche brauchen Räume zum Spielen, Begegnen und Ausprobieren. Wir setzen uns ein für ausreichend Spielplätze, Familienzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen im gesamten Bezirk. Der bestehende Bedarf ist bislang nicht gedeckt – hier besteht klarer Handlungsbedarf. Auch Treffpunkte für Jugendliche im öffentlichen Raum sind wichtig. Diese wollen wir gemeinsam mit Jugendlichen entwickeln, damit sie akzeptiert, sicher und bedarfsgerecht sind. Besonderes Augenmerk legen wir auf geschützte Räume für Mädchen und junge Frauen. Neue Jugendeinrichtungen, etwa im Umkreis der Auguste-Viktoria-Allee oder an der Mühle Tegel, sind wichtige Bausteine dafür.
Beteiligung ernst nehmen – Jugend einbeziehen
Jugendliche wollen mitreden und mitgestalten. Wir wollen das Jugendparlament Reinickendorf weiterentwickeln und stärken – unter anderem durch ein Rede- und Antragsrecht in der BVV. In allen relevanten Planungskommissionen sollen Kinder und Jugendliche vertreten sein. Um Beteiligung dauerhaft zu verankern, setzen wir uns für ein bezirkliches Jugendbüro zur Unterstützung der Jugendbeauftragten ein. Beteiligung darf kein Projekt sein, sondern muss strukturell abgesichert werden.
Aufsuchende Jugendarbeit und Prävention ausbauen
Nicht alle Jugendlichen werden durch klassische Angebote erreicht. Deshalb setzen wir in der Zusammenarbeit von offener Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit gezielt auf Streetworker*innen, die im öffentlichen Raum ansprechbar sind und Vertrauen aufbauen. Prävention ist ein zentraler Bestandteil guter Jugendpolitik. Wir unterstützen Projekte zur Aufklärung über Spielsucht, etwa im Zusammenhang mit Sportwetten, und wollen diese Angebote weiter ausbauen. Gegen Wettbüros, die sich nicht an die Regeln halten, gehen wir konsequent vor. Kinder- und Jugendschutz hat für uns höchste Priorität.
Bildung für Zukunft und Klima
Jugendpolitik ist Zukunftspolitik. Deshalb gehört Klimabildung für uns selbstverständlich dazu. Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, die ökologischen Herausforderungen ihrer Zeit zu verstehen und aktiv mitzugestalten – in Schule, Jugendeinrichtungen und außerschulischen Projekten. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssen dabei zusammengedacht werden.
Gemeinsam stark für junge Menschen
Eine gute Kinder-, Jugend- und Familienpolitik gelingt nur gemeinsam. Wir setzen auf enge Zusammenarbeit mit freien Trägern, Initiativen und Einrichtungen im Bezirk – von Jugendfreizeiteinrichtungen über Beteiligungsprojekte bis zu aufsuchender Arbeit. So schaffen wir ein Reinickendorf, in dem junge Menschen sicher aufwachsen, gehört werden und echte Zukunftsperspektiven haben.
Sport
Reinickendorf ist Sportbezirk. Ob im Verein, auf dem Bolzplatz, im Schwimmbad, in der Turnhalle oder selbstorganisiert im Park – Sport bringt Menschen zusammen, stärkt Gesundheit, fördert Teilhabe und vermittelt Werte wie Fairness und Respekt. Wir Grüne setzen uns für Sport für alle ein: nachhaltig, inklusiv und gerecht. Sportangebote und Sportstätten müssen die Vielfalt der Menschen im Bezirk widerspiegeln und allen offenstehen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder Geldbeutel.
Nachhaltige und moderne Sportinfrastruktur
Gute Sportpolitik beginnt bei der Infrastruktur. Viele Sportanlagen in Reinickendorf sind sanierungsbedürftig. Unser Grundsatz lautet: Sanierung vor Neubau. Das ist ökologisch sinnvoll, kosteneffizient und schont Flächen. Sportanlagen sollen klimafreundlich, barrierefrei und modern saniert werden – etwa durch energiesparende Beleuchtung, wassersparende Technik, Begrünung und gute Erreichbarkeit. Neubauten sind dort sinnvoll, wo sie dringend benötigt werden, müssen aber konsequent nachhaltig geplant werden. Ein zentrales Projekt ist das Paracelsusbad, das schnellstmöglich wieder eröffnen muss. Schwimmen ist eine grundlegende Fähigkeit und ein wichtiges Gesundheits- und Bewegungsangebot für alle Generationen.
Sportflächen auf dem Gelände TXL mitdenken
Das ehemalige Flughafengelände TXL bietet große Chancen für den Bezirk. Neben Forschung, Wohnen und Arbeit braucht es dort auch ausreichend Sportinfrastruktur. Wir setzen uns dafür ein, dass Sportflächen und insbesondere ein Hallenstandort von Anfang an verbindlich in die Planungen integriert werden. TXL darf kein Ort ohne Bewegung werden, sondern ein Raum für Breiten-, Schul- und Vereinssport.
Gerechte und transparente Sportstättenvergabe
Sport in Reinickendorf ist vielfältig – vom klassischen Vereinssport über Behindertensport bis hin zu selbstorganisierten Angeboten. Diese Vielfalt muss sich auch in der Vergabe von Sportstätten widerspiegeln. Wir fordern eine gerechte, transparente und digitale Sportstättenvergabe, die unterschiedliche Bedarfe berücksichtigt: Kinder- und Jugendsport, Frauen- und FLINTA*- Sport, inklusiver Sport, Breiten- und Leistungssport. Klare Kriterien und nachvollziehbare Verfahren schaffen Fairness und vermeiden Konflikte.
Sportplätze müssen sichere Orte sein
Sportplätze sind Orte der Begegnung – aber auch Orte klarer Werte. Diskriminierung, Rassismus und rechte Ideologien haben im Sport keinen Platz. Wir unterstützen ausdrücklich die konsequente Umsetzung von „Nazis runter von Sportplätzen“ und erwarten, dass bestehende Regelungen geprüft und durchgesetzt werden. Gleichzeitig setzen wir uns für Kinder- und Jugendschutz im Sport ein. Vereine brauchen Unterstützung bei Prävention, Schutzkonzepten und Fortbildungen, damit Sport ein sicherer Raum für junge Menschen bleibt.
Mädchen-, Frauen- und FLINTA*-Sport stärken
Sport ist noch immer nicht für alle gleich zugänglich. Mädchen, Frauen und FLINTA*- Personen stoßen oft auf strukturelle Hürden – etwa bei Trainingszeiten, Hallenzugängen oder Förderung. Wir wollen gezielt Mädchen-, Frauen- und FLINTA- Sportvereine* unterstützen und bei der Vergabe von Sportstätten berücksichtigen. Gleichberechtigter Zugang ist Voraussetzung für echte Teilhabe.
E-Sport nachhaltig fördern
E-Sport ist Sport – insbesondere für viele junge Menschen. Wir wollen nachhaltigen E-Sport auch in Reinickendorf fördern, durch geeignete Räumlichkeiten, Vernetzung mit Jugend- und Bildungseinrichtungen und klare Regeln für Fairness, Gesundheit und Jugendschutz. E-Sport kann Brücken schlagen zwischen digitaler und analoger Bewegungskultur.
Sport gemeinsam gestalten
Sportpolitik gelingt nur gemeinsam mit den Aktiven. Wir wollen den Austausch mit Sportvereinen und Initiativen im Bezirk intensivieren – vom Behindertensport über Kinder- und Jugendsport bis zu selbstorganisierten Angeboten. Bündnispartner wie der BSV Wedding Reinickendorf, Füxxe, Spazzen & Co., Sport 365 oder lokale Fußballvereine sind wichtige Stimmen für eine lebendige Sportlandschaft.
Herausforderungen wie Finanzierung von Sanierungen oder Vandalismus an Sportboxen nehmen wir ernst. Unser Ziel ist es, Lösungen zu finden, die Sport fördern statt gegeneinander auszuspielen. Sport ist für alle da – und dafür braucht Reinickendorf eine starke, faire und zukunftsfeste Sportpolitik.
Kultur
Ob beim Konzert im Ernst-Reuter-Saal, auf der Manga-Convention im Fontanehaus, in der Reinickendorfer Kneipenkultur oder bei freien Kulturprojekten im Kiez: Reinickendorf ist Kulturbezirk. Kultur stiftet Identität, schafft Begegnung und hält unsere Gesellschaft zusammen. Sie vermittelt Werte, ermöglicht Austausch und stärkt unsere Demokratie – gerade in Zeiten von Polarisierung, Desinformation und wachsendem Extremismus. Für uns Grüne ist klar: Kultur ist kein Luxus, sondern ein Schutzschild der Demokratie und muss als Querschnittsthema im Bezirk verankert werden.
Eine gemeinsame Vision: Kulturentwicklungsplan Reinickendorf
Damit Kulturpolitik in Reinickendorf strategisch, transparent und zukunftsfähig gestaltet werden kann, fordern wir die partizipative Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplans. Dieser soll das Fundament für alle kulturpolitischen Entscheidungen bilden und eine gemeinsame Vision für die kulturelle Entwicklung des Bezirks formulieren.
Akteur*innen aus Kultur, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit müssen gleichberechtigt eingebunden werden. In Anlehnung an erfolgreiche Beispiele wie Lichtenberg oder Steglitz-Zehlendorf soll der Plan innerhalb eines Jahres entstehen – durch mehrere Runden aus Workshops, Dialogformaten, Bürgerbeteiligung und Gesprächen mit Expert*innen. Ziel ist ein verbindlicher Orientierungsrahmen, der Kulturförderung nachvollziehbar macht und langfristige Perspektiven schafft.
Kultur sichtbar machen und besser vernetzen
Reinickendorf verfügt über eine große kulturelle Vielfalt – doch viele Angebote sind den Menschen kaum bekannt. Wir wollen die Sichtbarkeit der Reinickendorfer Kulturangebote deutlich erhöhen und sie besser miteinander vernetzen.
Der bezirkliche Kultur-Newsletter soll aktiv beworben und für die freie Szene geöffnet werden. Eine Kulturkarte mit bestehenden und entstehenden Kulturorten soll es Bewohner*innen und Besucher*innen ermöglichen, eigene Kulturtouren durch den Bezirk zu planen. Bestehende Angebote wie geführte Spaziergänge, etwa zur Industriegeschichte oder zu sozialen Initiativen, wollen wir gezielt unterstützen und bekannter machen.
Auch die bezirklichen Stadtteilbibliotheken sollen als zentrale Kulturvermittlerinnen sichtbarer werden und stärker in bezirkliche Großveranstaltungen eingebunden sein.
Räume für Kultur sichern und ermöglichen
Kultur braucht Räume – und Reinickendorf hat Potenzial. Im Bezirk gibt es sichtbaren Leerstand sowie vom Land ausgewiesene Potenzialorte (u. a. im Kulturkataster Berlin), die für kulturelle Nutzungen geeignet sind. Wo immer es möglich ist, wollen wir Zwischennutzungen für Kultur erleichtern und aktiv unterstützen.
Die Modellfläche TXL mit dem Betreiberverein khisdapaze e. V. ist ein wichtiger neuer Kulturstandort. Dieses Projekt wollen wir als Bezirk umfassend begleiten und fördern. Gleichzeitig setzen wir uns für die Förderung bestehender Kulturorte wie der Wilhelm Hallen oder des Monopol ein sowie für den Erhalt von Ateliers und Arbeitsräumen für Künstler*innen im Bezirk.
Kultur, Bildung und Demokratie zusammendenken
Kulturvermittlung ist ein zentraler Bestandteil demokratischer Bildung. Schulen haben laut Berliner Schulgesetz den Auftrag, junge Menschen zu mündigen Demokrat*innen zu bilden – dieser Auftrag wird bislang nicht ausreichend erfüllt.
Wir wollen Schulen systematisch für Träger, Vereine und Kulturschaffende öffnen, die im Sinne des Bildungsauftrags arbeiten. Unser Ziel sind Kulturzentren in Schulen, in denen gemeinsam mit Schüler*innen Formate zu demokratischer Kultur, Medienkompetenz, Umgang mit Desinformation, Kunst und gesellschaftlichem Zusammenhalt entwickelt werden. Erfolgreiche Kooperationen – etwa zwischen Musikschule und Kinderopernhaus – wollen wir ausbauen. Auch Jugendzentren verstehen wir ausdrücklich als Kulturzentren und wollen ihre kulturelle Arbeit stärken.
Kultur für alle – sozial, inklusiv und barrierefrei
Kultur muss für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder körperlichen Voraussetzungen. Deshalb fordern wir, die Kulturtreffkarte auf weitere benachteiligte Gruppen auszuweiten, etwa auf Jugendliche aus einkommensarmen Familien.
Barrierefreiheit verstehen wir als echte Inklusion. Alle Kulturstandorte in Reinickendorf sollen barrierefrei geplant und weiterentwickelt werden – unter frühzeitiger Einbindung von Menschen mit Behinderungen in Entscheidungsprozesse. Nur so wird kulturelle Teilhabe wirklich für alle möglich.
Stadtteilbibliotheken stärken – Kulturkürzungen entgegentreten
Bibliotheken sind zentrale Orte für Bildung, Begegnung und demokratischen Austausch. Sie arbeiten niedrigschwellig, bringen unterschiedliche Menschen zusammen und erfüllen eine unverzichtbare kulturelle Funktion. Einsparungen bei den Stadtteilbibliotheken in Reinickendorf lehnen wir klar ab.
Gerade in Zeiten von Haushaltskürzungen im Kulturbereich warnen wir davor, Kultur als verzichtbaren Luxus zu behandeln. Das Gegenteil ist richtig: Kultur ist unsere gemeinsame Wurzel und muss geschützt werden. Die Arbeit der Stadtteilbibliotheken wollen wir stärker sichtbar machen und als festen Bestandteil der kulturellen Infrastruktur des Bezirks sichern.
Vielfalt feiern, Beteiligung stärken
Wir setzen uns für Transparenz in der Kulturförderung ein und für die gezielte Unterstützung vielfältiger Formate: das Jugendfestival Reinickendorf, ein WorldFoodFestival etwa in Tegel, den Ausbau des „Viertelkino im Märkischen Viertel“ sowie Projekte aus der queeren Szene und migrantischen Communities. Kultur in Reinickendorf soll verbinden statt spalten, Vielfalt sichtbar machen und einen gemeinsamen Wertekanon stärken. So wird sie zu einer Kraft für Zusammenhalt, Offenheit und eine widerstandsfähige Demokratie.